Plausibilitätsprüfung

FEM-Ergebnissen nie blind vertrauen: systematisch prüfen, bevor Sie ein Ergebnis nutzen.


Vertrauen Sie FEM-Ergebnissen nie blind. Ein Solver liefert immer ein Ergebnis, aber nicht zwangsläufig ein korrektes. Systematische Plausibilitätsprüfungen unterscheiden verlässliche Analysen von irreführenden.

Was zu prüfen ist

  • Verformung: passen Richtung und Betrag zu Ihrer physikalischen Intuition?
  • Kräftegleichgewicht: entsprechen die Auflagerkräfte den aufgebrachten Lasten? (∑F = 0 in allen Richtungen)
  • Spannungsort: treten Spitzenspannungen dort auf, wo Sie sie mechanisch erwarten würden?
  • Symmetrie: sind bei einem symmetrischen Modell mit symmetrischer Belastung die Ergebnisse symmetrisch?
  • Netzsensitivität: ändern sich die Ergebnisse bei Netzverfeinerung signifikant?
  • Einheitenkonsistenz: passen Geometrie (mm), Kräfte (N) und Werkstoff (MPa) zusammen?

Schnellcheck

  1. Verformung in realistischer Größenordnung?
  2. Auflagerkräfte = aufgebrachte Lasten (∑F ≈ 0)?
  3. Keine unrealistischen Spannungsspitzen an Singularitäten im Bewertungsbereich?

Stimmen Auflagerkräfte nicht mit den aufgebrachten Lasten überein, ist fast immer ein Setup-Fehler die Ursache. Prüfen Sie zuerst Lastrichtung, Lastbetrag und Einheitenkonsistenz.

Warum das wichtig ist

Falsche Eingaben liefern Ergebnisse, die physikalisch plausibel aussehen, aber numerisch falsch sind. Ein Bauteil unter 5000 N Last mit Werkstoff in GPa statt MPa liefert Verformungen, die 1000-fach zu klein sind, und der Konturplot sieht dabei weiterhin glatt und überzeugend aus.

Eine unabhängige Validierung, bevor Simulationsdaten für technische Entscheidungen genutzt werden, ist nicht optional: Sie ist Teil der Analyse.