Netzkonvergenz

Wie Sie bestimmen, wann Ihr Netz fein genug ist, um den Ergebnissen zu vertrauen.


Netzkonvergenz beantwortet die Frage: Ist mein Netz fein genug, dass sich die Ergebnisse nicht mehr wesentlich ändern, wenn ich es weiter verfeinere?

Grundstrategie

  1. Mit dem Anfangsnetz rechnen
  2. Lokal oder global verfeinern (typischerweise um Faktor 2 in der Elementgröße)
  3. Neu rechnen und die Schlüsselergebnisse vergleichen
  4. Wiederholen, bis die Änderungen unter Ihrer Schwelle liegen

Konvergenzkriterien

| Größe | Akzeptable Änderung bei Verfeinerung | | --- | --- | | Maximale Spannung | < 5 % | | Maximale Verschiebung | < 2 % | | Reaktionskräfte | Stabil (< 1 %) |

Methoden

h-Verfeinerung: systematische Reduktion der Elementgröße (Faktor 2 ist Standard). Einfach und verlässlich.

p-Verfeinerung: Erhöhung des Polynomgrads der Ansatzfunktionen. Seltener eingesetzt, aber effizient bei glatten Problemen.

Adaptive Vernetzung: der Solver verfeinert automatisch in Bereichen mit hohen Gradienten. Nützlich bei komplexen Geometrien.

Richardson-Extrapolation: aus mehreren Netzstufen wird der ideale Feinnetzwert extrapoliert. Liefert eine quantitative Fehlerschranke.

Genauigkeit vs. Aufwand

| Ziel | Akzeptabler Fehler | Typischer Aufwand | | --- | --- | --- | | Konzeptstudie | ±20–30 % | Ein einziger grober Lauf | | Auslegungsvalidierung | ±5–10 % | 2–3 Netzstufen | | Zertifizierung | < 1 % | Vollständige Konvergenzstudie + Validierung |

Singularitäten konvergieren nie: Die Spannung an einer scharfen Ecke wächst mit Verfeinerung immer weiter. Konvergenzstudien abseits von Singularitäten durchführen, oder Verrundungen ergänzen, um die Singularität vorher zu entfernen.